Handzahnbürste bei Brackets: Was macht den Unterschied?


Mittwoch, 31.05.2017

Trotz Anwendung von Spüllösungen oder präventiven Medikamenten haben Patienten mit einer Multibracket-Apparatur ein erhöhtes Kariesrisiko. Umso wichtiger ist die häusliche Mundhygiene. Wie eine Untersuchung zeigt, lassen sich mit Handzahnbürsten mit V-Borsten bessere Ergebnisse erzielen als mit anderen Zahnbürsten.

Durch Brackets und Bänder entstehen Plaqueretentionsflächen, die deutlich schwieriger zu reinigen sind als die unbeklebte Zahnoberfläche. Daher haben Patienten mit festsitzenden kieferorthopädischen Apparaturen ein deutlich erhöhtes Risiko, auf den Glattflächen Karies zu entwickeln. So können nicht nur nach der Behandlung unschöne weiße Flecken an den Zahnoberflächen zurückbleiben, sondern auch kariöse Läsionen entstehen, die mit Füllungen versorgt werden müssen. Dieses Phänomen ist leider nicht selten: Zahlreiche klinische Studien zeigen, dass bei 45 bis 68 Prozent der behandelten Zähne eine neue kariöse Läsion aufgrund von festsitzenden kieferorthopädischen Apparaturen entstanden war (1).

Viele Studien haben jedoch ergeben, dass das Kariesvorkommen von der Mundhygiene abhängt. Das heißt: Je besser ein Patient täglich die Plaque entfernt, desto weniger wahrscheinlich wird er an Karies erkranken. So kommt der häuslichen Mundhygiene bei kieferorthopädischen Patienten eine besondere Bedeutung zu. Deshalb wurden spezielle, verschiedenartige Handzahnbürsten entwickelt. Laborstudien zufolge beeinflusst die Borstenanordnung stark die Reinigung der Zahnoberflächen. Die 2-Level- und die V-Anordnung sind demnach einer planen Anordnung überlegen.

Um diese Laborergebnisse in der Praxis zu überprüfen, führten Dr. Marc Schätzle von der Universität Zürich und seine Kollegen eine verblindete, randomisierte, klinische Studie durch (2). Dabei verglichen sie bei Multibracket-Patienten zwei Handzahnbürsten (Candida Parodin mit geraden 2-Level-Borsten und Oral-B-Ortho mit V-Borsten). An der Studie nahmen 35 kieferorthopädische Patienten mit festsitzenden Apparaturen teil. Die Kontrollgruppe verwendete eine Zahnbürste mit geradem Borstenfeld (Paro M43).

Vor Beginn der Studie wurden alle Probanden instruiert, drei Wochen lang  zweimal täglich für zwei Minuten die Zähne zu putzen. Als Baseline und zur Schlussuntersuchung wurde der Gingiva-Index herangezogen. Danach verzichteten die Patienten zwei Tage auf die Mundhygiene. Nach Ende der drei Wochen konnte bei der 2-Level-Zahnbürste im Vergleich zur Kontrollgruppe kein Unterschied festgestellt werden. Die Gruppe mit der V-Borsten-Zahnbürste hingegen zeigte signifikant bessere Ergebnisse der Mundhygiene als die Kontrollgruppe. Allerdings konnten nach den zwei Tagen ohne Mundhygiene keine Unterschiede in allen drei Gruppen festgestellt werden.

Quellen:

  1. Sundararaj D, Venkatachalapathy S, Tandon A, Pereira A: Critical evaluation of incidence and prevalence of white spot lesions during fixed orthodontic appliance treatment: A meta-analysis. J Int Soc Prev Community Dent. 2015;5:433-9
  2. Schätzle M, Golland L, Patcas R, Ronay V, Sener B, Attin T, Peltomäki T, Schmidlin PR: Cleaning efficacy of manual toothbrushes around brackets - A Pilot Randomised Control Trial. Oral Health Prev Dent. 2017;15(1):33-39

Prof. Dr. Thomas Attin, Universität Zürich