Neues aus der Wissenschaft


Demineralisierten Schmelz in die Kavität miteinbeziehen? (© auremar/fotolia.com)

Vorbehandlung von demineralisiertem Schmelz mit Kariesinfiltranten empfehlenswert

Lässt sich der Randschluss von Kompositrestaurationen, die an initiale Schmelzläsionen angrenzen, durch vorherige Infiltration der Läsion verbessern? Einer aktuellen Studie zufolge ja – allerdings hängt das Ergebnis vom verwendeten Adhäsiv ab. 

Meldung vom 20.03.2018

Die hohe MIH-Prävalenz bei 12-Jährigen überrascht, ist jedoch im internationalen Vergleich kein auffälliger Befund. (© eherenberg-bilder/fotolia.com)

Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation – die neue Karies?

Gut ein Viertel der in der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie untersuchten Kinder hat mindestens einen Zahn mit einer Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) – oft leicht, manchmal aber auch stark ausgeprägt. Hat die Prävalenz der MIH zugenommen oder haben Karies und deren Therapiefolgen diese Strukturanomalien bislang überdeckt?

Meldung vom 02.03.2018

Im Milchgebiss konnte Karies in den vergangenen 20 Jahren nur um ca. 40 Prozent reduziert werden. (© Sabine Hürdler/fotolia.com)

Säulen der Kariesprophylaxe: ein Update

In Deutschland und vielen anderen Ländern kann die Kariesprävention als enorme Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Als wirksamste Maßnahme hat sich die Fluoridnutzung erwiesen. Beim Milchgebiss und bei bestimmten Risikogruppen besteht allerdings noch großer Handlungsbedarf – wo lässt sich gut ansetzen?

Meldung vom 05.02.2018

Mit zunehmendem Body-Mass-Index steigt die Prävalenz dentaler Erosionen (© Monkey Business/fotolia.com)

Kindliche Adipositas gefährdet die Mundgesundheit

Immer mehr Kinder und Jugendliche sind übergewichtig oder adipös. Neben der sozialen Stigmatisierung steigt das Risiko für allgemeinmedizinische Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Haltungsschäden, aber auch für dentale und parodontale Komorbiditäten.

Meldung vom 18.12.2017

Rauchen begünstigt die Entstehung periimplantärer Erkrankungen (© BillionPhotos/fotolia.com)

Zahnärztliche Implantate gesund erhalten

Bestimmte Erkrankungen und Risikofaktoren gefährden das Langzeitüberleben von Zahnimplantaten. Um das Risiko von Implantatverlusten zu verringern, empfehlen Zahnmediziner Präventionsmaßnahmen, eine individuelle Risikoabschätzung, Biofilmkontrolle sowie eine regelmäßige professionelle Betreuung.

Meldung vom 07.09.2017

Patienten akzeptieren die Reparatur von Kompositfüllungen sehr gut ((© SolisImages/fotolia.com)

Kompositfüllungen erneuern oder reparieren?

Früher wurden schadhafte Restaurationen sofort erneuert und eine Reparatur meist als Pfusch angesehen. Heute hingegen ist die Reparatur eine stets zu würdigende Behandlungsoption, die in vielen Fällen sogar erhebliche Vorteile gegenüber einer Erneuerung besitzt. 

Meldung vom 01.09.2017

Chronische Atemwegserkrankungen des Kindes gelten als mögliche Ursache der MIH (© bubutu/fotolia.com)

Wenn Kinderzähne bröseln: rätselhafte Zahnkrankheit MIH

Verfärbte und porös wirkende, bröselnde Molaren, eine starke Überempfindlichkeit der betroffenen Zähne und sich wiederholende Füllungsverluste – dieses besondere Phänomen der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation, kurz MIH,  beschäftigt seit einigen Jahren die Kinderzahnheilkunde. Was genau bedeutet MIH und wie lässt sich diese Erkrankung behandeln?

Meldung vom 01.09.2017

Die wachsende Gruppe der Älteren stellt die Zahnärzte vor Herausforderungen (© oneinchpunch)

Zahnerhalt im Alter – Parallelen zur Kinderzahnheilkunde

Die demografische Entwicklung und der Trend zu längerem Zahnerhalt bis ins hohe Alter erhöhen den Bedarf an präventiven und zahnerhaltenden Maßnahmen bei älteren und hilfebedürftigen Menschen. Was kann die Alterszahnheilkunde von den Konzepten der Kinderzahnheilkunde lernen?

Meldung vom 04.07.2017

Das Selbstbestimmungsrecht des Patienten sollte geachtet werden (© Stockbyte)

„Der Zahn muss raus“ – der Patient im Zentrum therapeutischer Entscheidung

In den Zahnarztpraxen hierzulande entscheidet noch immer häufig der Arzt, welche Behandlung für den Patienten die richtige ist. Das passt nicht immer zu den Wünschen des Patienten und es können Konflikte entstehen. Entscheiden Zahnarzt und Patient dagegen gemeinsam, sind am Ende alle zufriedener.

Meldung vom 29.06.2017

Patienten mit einer Multibracket-Apparatur haben ein erhöhtes Kariesrisiko (© Rasulov/fotolia.com)

Handzahnbürste bei Brackets: Was macht den Unterschied?

Trotz Anwendung von Spüllösungen oder präventiven Medikamenten haben Patienten mit einer Multibracket-Apparatur ein erhöhtes Kariesrisiko. Umso wichtiger ist die häusliche Mundhygiene. Wie eine Untersuchung zeigt, lassen sich mit Handzahnbürsten mit V-Borsten bessere Ergebnisse erzielen als mit anderen Zahnbürsten.

Meldung vom 31.05.2017

Journalistische Effekthascherei verunsichert die Bevölkerung (© Henry Schmitt/fotolia.com)

„Fluorid macht dumm“ – von der fragwürdigen Übersichtsarbeit zum Patientenschocker

Das Jahr 2016 war sehr ertragreich, was die verfälschende Interpretation von Publikationen zur Kariesprävention bei ihrem Gang durch die Yellow Press und Internetforen anbelangt. Besonders die Fluoridanwendung hatte sich in der „Stillen Post“ verfangen.  

Meldung vom 25.01.2017

Die Prävalenz von Erosionen steigt mit dem Alter der Kinder. (© Africa Studio/fotolia.com)

Dentale Erosionen bereits im Milchgebiss

Auch im Milchgebiss treten dentale Erosionen häufig auf und haben Vergleichsstudien zufolge in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland zugenommen. Bei etwa jedem 20. Kind ist es demnach notwendig, die Defekte restaurativ zu behandeln.

Meldung vom 06.12.2016

Bei der Zahnfarbe des gebleichten Zahns (li.) orientiert man sich an den Nachbarzähnen.

Internes Bleichen von verfärbten Frontzähnen

Verfärbungen an den Frontzähnen  beeinträchtigen die Ästhetik und belasten viele Patienten. Restaurative Maßnahmen bedeuten jedoch oft einen massiven Verlust an Zahnhartsubstanz. Als konservative  und zahnsubstanzschonende Alternative bietet sich das interne Bleichen an, auch Walking-Bleach-Technik genannt.

Meldung vom 22.11.2016

Mit differenzierten Fragen lässt sich die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität erfassen. (© pathdoc/fotolia.com)

Mundgesundheit beeinflusst die Lebensqualität

Gesunde Zähne tragen nicht nur zur allgemeinen Gesundheit bei, sondern fördern auch das Wohlbefinden und Selbstvertrauen. Das Konzept der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität ermöglicht, orale Erkrankungen umfassender zu bewerten und bietet eine Entscheidungshilfe bei der Wahl der Therapie.

Meldung vom 24.08.2016

Auflösbare Vitamintabletten enthalten organische Säuren. (© Africa Studio/fotolia.com)

Schaden Vitamin- und Mineralpräparate den Zähnen?

Auch wenn viele Menschen Brausetabletten mit Vitaminen und Mineralien als gesund erachten, können sie für Zahnhartsubstanzen schädlich sein. In einer neuen Studie zeigten manche Präparate ein deutliches erosives Potenzial. Die Autoren empfehlen, die Patienten entsprechend aufzuklären. 

Meldung vom 19.07.2016

Bei älteren Menschen hat sich die Wurzelkariesprävalenz verdreifacht. (© Sandor Kacso/fotolia.com)

Wurzelkaries non-invasiv behandeln

Heute können mehr Zähne bis ins hohe Alter erhalten werden. Wenngleich bei älteren Menschen generell auch weniger Karies zu beobachten ist, tritt Wurzelkaries häufiger auf. Ihre Entstehung und die Progression lassen sich mithilfe von hochfluoridhaltigen Zahnpasten sowie der regelmäßigen Applikation von zahnärztlichen Lacken vermindern. Des Weiteren scheinen regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt wichtig für die Prävention von Wurzelkaries zu sein.

Meldung vom 29.06.2016

Selektive oder konventionelle Entfernung der Karies? (© Sandor Kacso/fotolia.com)

Wann ist „vollständige“ Kariesentfernung eine Übertherapie?

Zu Beginn der modernen Zahnheilkunde orientierte man sich bei der Kariesentfernung an Richtlinien wie „Extension for prevention“. Es dominierte ein Vorgehen: möglichst kein kariös verändertes Substrat im Zahn belassen und die gesamte kariöse Zahnhartsubstanz entfernen. Das ist nicht mehr zeitgemäß. In bestimmten Fällen sollte kariöses Dentin belassen werden.

Meldung vom 09.06.2016

Im kaulasttragenden Seitenzahnbereich kommen verstärkt zahnfarbene Restaurationen zum Einsatz. (© Nobilior/fotolia.com)

Kompositrestaurationen im Seitenzahnbereich: je weniger invasiv, desto besser

Wann immer möglich sollten im Seitenzahnbereich stark invasive Restaurationen vermieden und eher non- oder minimalinvasive Maßnahmen wie die Fissurenversiegelung oder Kariesinfiltration angestrebt werden. Bei defekten Restaurationen sollten soweit möglich Reparaturrestaurationen die Therapie der Wahl sein, da diese ebenfalls wesentlich weniger invasiv sind.

Meldung vom 18.03.2016

Enterococcus faecalis
Für therapieresistente Wurzelkanalinfektionen ist oft Enterococcus faecalis verantwortlich (© royaltystockphoto/fotolia.com)

Photodynamische Therapie verbessert Behandlung infizierter Wurzelkanäle

Trotz allen Fortschritts liegt die Erfolgsquote von Wurzelkanalbehandlungen bei maximal 95 Prozent (DGZMK 2000). Einer neueren Studie zufolge lässt sich die Behandlung mit der antimikrobiellen Photodynamischen Therapie (aPDT) zumindest kurzfristig optimieren.

Meldung vom 01.02.2016

Munddusche
© oneblink1/fotolia.com

Reinigung der Zahnzwischenräume mit Schallzahnbürste oder Munddusche?

Der bakterielle Biofilm auf Zahnoberflächen und Mundschleimhaut verursacht Karies und Parodontopathien. Im für Zahnbürsten schwer zugänglichen Approximalbereich lässt sich der Biofilm mittels Munddusche deutlich besser entfernen als mit einer Schallzahnbürste. Das ergab eine neue Studie der Universität Zürich und der Universität Regensburg. Bei der Munddusche entstehen etwa zehnmal größere Schubkräfte.

Meldung vom 06.10.2015

Saure Nahrungsmittel
Saure Nahrungsmittel beeinflussen das Auftreten von Erosionen (© cut/fotolia.com)

Consensus-Report zu erosiven Zahnhartsubstanzdefekten erschienen

Im September 2015 hat die European Federation of Conservative Dentistry erstmals Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie erosiver Zahnhartsubstanzdefekte veröffentlicht. Das Fazit: Der Erfolg des Managements erosiver Läsionen steht und fällt mit dem Screening auf Frühsymptome sowie der Beachtung aller ätiologischen Faktoren.

Meldung vom 02.10.2015

Karies bei Kindern: Zähneputzen als ursächliche Therapie

Karies ist ein lokaler multifaktorieller Prozess, bei dem die demineralisierenden Faktoren überwiegen und die kariöse Kavität eine Folge darstellt – also ein Spätstadium. Tägliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta ist die primäre Kariestherapie, denn so kann das lokale Gleichgewicht von De- und Remineralisation wiederhergestellt werden. Initialkariöse Läsionen lassen sich so inaktivieren beziehungsweise arretieren. Aber auch kariöse Defekte an Milchzähnen können in ihrer Progression gestoppt werden. Dieser ursächliche Therapieansatz sollte gerade bei kleinen und unkooperativen Kindern im Vergleich mit einer Narkosesanierung abgewogen werden.

Meldung vom 30.03.2015

Kariesinfiltration schließt therapeutische Lücke

Die Prävalenz der Karies ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig gesunken (1). Allerdings werden initiale sowie etablierte Karies im Approximalraum mangels radiologischer Diagnostik in epidemiologischen Studien nicht genügend gewürdigt. Erfasst man nämlich diese Kariesformen, so wird deutlich: Kariesläsionen kommen nicht seltener vor, sondern treten nur später auf und ihre Progression ist verzögert (1). Dank verbesserter Diagnostik lassen sich heute Zahnschmelzläsionen frühzeitig erkennen. Fehlten bisher jedoch entsprechende Therapieoptionen, schließt die Kariesinfiltration jetzt diese Lücke und verzögert somit vor allem bei Jugendlichen den Eintritt in Restaurationszyklen.

Meldung vom 19.03.2015

Prävalenz von Erosionen bei Kindern und Jugendlichen steigt mit dem Alter

Karies bei Kindern und Jugendlichen ist heute allgemein auf dem Rückzug, dafür stehen nicht-kariöse Zahnerkrankungen zunehmend im Fokus der Wissenschaft. Ein Hauptaugenmerk richtet sich dabei auf die erosiven Zahnschäden, verursacht durch direkte Einwirkung von exogenen oder endogenen Säuren ohne bakterielle Beteiligung (Lussi und Ganss 2014). Die Angaben über die Prävalenz von Erosionen bei Kindern und Jugendlichen schwanken jedoch stark: Eine kürzlich erschienene Übersichtsdarstellung zeigt international Prävalenzen von 7 bis 100 % (Jaeggi und Lussi 2014). Das macht eine Übertragung auf die Situation in Deutschland, auch in Bezug auf mögliche Interventionsbedarfe, schwierig. Zudem ist unklar, ab welchem Umfang und welcher Ausprägung den Erosionen eine klinische Relevanz zukommt und inwieweit sie als physiologische Zahnveränderung im Sinne einer Funktion der Zeit aufzufassen sind (Bartlett et al. 2008).

Meldung vom 13.01.2015

Darstellung der Infiltration einer E1-Kariesläsion mittels optischer Kohärenztomographie: Nach 180 Sekunden ist die kariöse Läsion in der ersten Schmelzhälfte vollständig infiltriert. Der rote Pfeil markiert die Monomerfront.

Kariesinfiltration erstmals zerstörungsfrei darstellbar

Mit der Infiltration lässt sich bei nicht eingebrochenen Zahnoberflächen das Fortschreiten einer kariösen Läsion hemmen. Bisher war es allerdings nicht möglich, das Eindringen des Infiltranten in die Zahnhartsubstanz zerstörungsfrei darzustellen. Der Forschergruppe um Professor Rainer Haak und Dr. Hartmut Schneider aus der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie des Universitätsklinikums Leipzig ist es jetzt mit einer speziellen Methode gelungen, den Vorgang der Kariesinfiltration am unzerstörten Zahn zu visualisieren. Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung am 5. und 6. September 2014 in Hamburg wurden diese Ergebnisse erstmals öffentlich präsentiert.

Meldung vom 15.12.2014

30-jährige Patientin mit starken Erosionen aufgrund einer Refluxerkrankung. Foto: Prof. Thomas Attin
30-jährige Patientin mit starken Erosionen aufgrund einer Refluxerkrankung. Foto: Prof. Thomas Attin

Schützen Speichelersatzmittel vor Schmelzerosionen?

Xerostomie-Patienten mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Schmelzerosionen profitieren von hochviskösen Speichelersatzmitteln. Dagegen sind Speichelersatzmittel auf Zitronensäurebasis oder mit niedrigem pH-Wert bei diesen Patienten nicht zu empfehlen. Das ergab eine Studie der Universität Zürich, die 2013 den 2. Platz beim „Wrigley Prophylaxe-Preis“ in der Kategorie „Wissenschaft“ belegte. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung.

Meldung vom 07.11.2014

„Kariesinfiltration kann Lebensdauer des Zahns verlängern“

Bei nicht-kavitierten kariösen Läsionen lassen sich die Poren mittels Infiltration nahezu vollständig verschließen und die Karies arretiert meistens. Das rettet dem Zahn einige Lebensjahre. Wie Kariesinfiltration am besten funktioniert und was sie noch kann – die Stiftung Innovative Zahnmedizin sprach mit Professor Sebastian Paris, Leiter der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin an der Charité Berlin. Zusammen mit Professor Hendrik Meyer-Lückel von der RWTH Aachen hat er die Methode entwickelt.

Meldung vom 08.05.2014

Schallzahnbürsten verringern Abrasion von Dentin

Patienten mit freiliegenden oder erodierten Dentinoberflächen sollten eine Schallzahnbürste verwenden. So ließen sich Abrasionen minimieren, ergab eine Studie der Universitäten Göttingen und Zürich. Gesunder Schmelz hingegen vertrage eine manuelle Zahnbürste besser als eine Schallzahnbürste. Auf erodiertem Schmelz mache es wiederum keinen Unterschied, womit der Patient sich die Zähne putzt.

Meldung vom 31.03.2014